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Gemeinschaftspraxis
für Anästhesie
      Grauer Star

Inhalt:

Ursachen des Grauen Stars... (mehr)

Vorbereitung und Ablauf der Operation... (mehr)

Linsen-Implantate... (mehr)







     Linsen-Implantate


     Asphärische Linse... (mehr)

     „Gelbe Linse" / Blaulichtfilter... (mehr)

     Torische IOL... (mehr)

     Bifokale Intraokularlinse... (mehr)

     Add-on-Linse... (mehr)

     Clear-lens-Extraktion... (mehr)


     
     

Intraokularlinsen

Als Standardlinsen verwenden wir hochwertige, sphärische Faltlinsen. Bevorzugtes Material ist Acryl, gelegentlich implantieren wir auch Linsen aus Silikon oder nichtfaltbare PMMA-Linsen (Polymethylenacrylat).

Alle Linsen ermöglichen ein sehr gutes Sehen, haben einen UV-Filter und zeigen ein Design, welches die Entstehung eines Nachstars nachhaltig verhindert.

Die künstliche Linse hat einen ähnlichen Aufbau wie eine Kontaktlinse oder ein Brillenglas. Dadurch können wir durch Wahl der Linsenstärke die Brechkraft des Auges beeinflussen. Es ist dadurch möglich, weit- oder kurzsichtige Patienten wieder zu „Normalsichtigen" zu machen.

Durch modernste Vermessungstechniken, welche wir bei der Voruntersuchung auf Wunsch anwenden (Laserpräzisionsmessung-IOL-Master®), liegt die Vorhersagbarkeit der Brechkraft in der Regel bei
+/- 0,5 dpt. 

Heute gibt es sehr viele verschiedene Kunstlinsentypen, die sich im Detail unterscheiden. Welche Linse für Sie am besten geeignet ist, entscheidet der betreuende Arzt mit Ihnen gemeinsam.

Im Routinefall implantieren wir hochwertige Acrylfaltlinsen.

Neueste Entwicklungen zeigen jedoch, dass bei hohen visuellen Ansprüche oder bei Vorliegen von anderen Augenerkrankungen eine Speziallinsenversorgung ratsam seien kann. Wir sind ständig bemüht, das beste Material für Sie bereitzustellen.

 




Größe einer Intraokularlinse
     

Asphärische Linse

Bei einem jungen Menschen werden Abbildungsfehler der Hornhaut durch die noch junge, weiche Augenlinse ausgeglichen. Die optischen Verhältnisse zwischen Hornhaut und natürlicher Augenlinse stehen miteinander im Gleichgewicht. Das ermöglicht scharfes, kontrastreiches Sehen. Durch Veränderung der Augenlinse kommt es zur Verschlechterung dieses Gleichgewichtes, da die Linse nicht mehr in der Lage ist, Abbildungsfehler der Hornhaut auszugleichen.
Das Kontrastsehen wird dadurch mit zunehmendem Alter schlechter. Dieses macht sich besonders bei Dämmerung, oder auch im Gegenlicht bemerkbar. Kommt eine Linsentrübung hinzu, wird das Problem noch verstärkt.

Bei Implantation einer normalen sphärischen Linse entsteht durch die vorgegebene Krümmung der Linse eine sog. sphärische Aberration. Das heißt, dass nicht alle Lichtstrahlen, die die Linse treffen, optimal scharf abgebildet werden.

Anders verhalten sich die sog. asphärischen Linsen. Diese sind so geschliffen, dass in Zusammenspiel mit der optischen Brechkraft der Hornhaut die Strahlen auf einen Punkt fokussiert werden.

Die neuesten Entwicklungen sind sogenannte aberrationskorrigierte asphärische Linsen, die diesen natürlichen optischen Fehler minimieren.

Dadurch wird das Kontrastsehen nach Implantation einer solchen Linse wieder deutlich verbessert. Besonders beim Autofahren bei schlechten Lichtverhältnissen kann dieses von großem Nutzen sein.



 


Implantate 1

Strahlengang bei „normaler" sphärischer Linse



Implantate 2

Strahlengang bei asphärischer Linse
     

„Gelbe Linse" / Blaulichtfilter

Mit zunehmendem Alter färbt sich die natürliche Linse gelb und absorbiert „blaues" Licht. Andererseits nehmen natürliche Schutzmechanismen der Netzhaut ab. Die trübe Linse wirkt dadurch wie ein Schutzfilter vor schädlichen Lichtanteilen.
Entfernt man nun im Rahmen der Katarakt Operation die Augenlinse, wird auch gleichzeitig der natürliche Filter entfernt. Dadurch kann das „blaue" Licht die Netzhaut erreichen. Besonders bei älteren Menschen, bei denen das gelbe Schutzpigment im „gelben Fleck" (Makula), der Stelle des schärfsten Sehens, vermindert ist, besteht die Gefahr der Entstehung einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Die Enstehung und das Fortschreiten der AMD wird heute u.a. chronischen Lichtschäden zugeschrieben.

Aus diesem Grund raten wir Patienten, die gefährdet sind, eine Makuladegeneration zu entwickeln oder bereits an dieser leiden, zu einer Linse mit einem Blaulichtfilter ("gelbe Linse").
Um die o.g. Vorteile einer asphärischen Linse auch hier nutzen zu können, sind die meisten von uns implantierten „gelben" Linsen zusätzlich mit einer asphärisch aberrationskorrigierten Linsenoptik ausgestattet.



 



Blaulichtfilterlinse

Blaulichtfilterlinse

     

Torische IOL

Astigmatismus ist eine Verformung der Hornhaut, die dazu führt, dass ein Punkt wie ein Strich wahrgenommen wird. Deshalb heißt diese Form der Fehlsichtigkeit Stabsichtigkeit. Dieses ist durch unterschiedliche Krümmungsradien der Hornhaut begründet. Diese Hornhautverkrümmung wirkt sich bei Sehen in der Nähe und in der Ferne so aus, dass Gegenstände „verzogen“ oder „verkippt“ wahrgenommen werden.

Brillen mit zylindrisch geschliffenen Gläseren, oder spezielle torische Kontaktlinsen  können die Hornhautverkrümmung ausgleichen.

Bei einer Kataraktoperation wird in der Regel eine Standardlinse eingesetzt, die die Hornhautverkrümmung nicht beeinflusst. So muß nach der Op weiter eine Brille oder Kontaktlinsen getragen werden.

So kann es also sehr sinnvoll sein, bei einem Asigmatismus über 1 Dioptrie eine Linse zu implantieren, die eine moderne torische Optik hat.
Dadurch können beide Krankheitsbilder (Katarakt und Astigmatismus) gleichzeitig behandelt werden. Bei höhergradigem Astigmatismus kann es sinnvoll sein, diese Operation auch als refraktiven Eingriff durchzuführen.

Bei höhergradigem Astigmatismus  kann es sinnvoll sein, eine torische IOL einzusetzen.

Diese speziellen torischen Intraokularlinsen werden individuell für den Patienten angefertigt.

Diese Linsen sind zusätzlich asphärische  (siehe asphärische IOL), so dass eine besseres Kontrastsehen erreicht werden kann

Die neueste Entwicklung ist eine torische IOL, die zusätzlich auch eine bifokale Optik aufweist (torische, bifokale IOL). Dadurch kann auch bei Patienten mit hohem Astigmatismus eine weitgehende Brillenunabhängigkeit erreicht werden.

 


Implantate 1

Sicht ohne Korrektur des Astigmatismus



Implantate 2

Sicht mit Korrektur des Astigmatismus
     

Bifokale Intraokularlinse

Ein junges gesundes Auge verfügt über eine transparente, elastische Linse und ist in der Lage, durch Verformung der Linse die Brechkraft zu erhöhen und dadurch auf Objekte sowohl in der Nähe, als auch in der Ferne „scharf zu stellen". Dieser Vorgang wird Akkomodation genannt.
Diese Fähigkeit verringert sich ca. ab dem 40. Lebensjahr kontinuierlich, bis die Akkomodation letztendlich ganz erlischt. Die Patienten benötigen eine Lesebrille oder einen Nahzusatz in der schon vorhandenen Brille.

Auch bei Implantation einer normalen Kunstlinse, einer „Ein-Stärken-Linse", geht diese Fähigkeit verloren.

Leider ist es heutzutage noch nicht möglich diese Akkomodation wieder gänzlich herzustellen.

Ein seit vielen Jahren bekannter, aber erst durch die modernen Operationstechniken möglicher Weg, nach einer Operation in der Ferne und in der Nähe wieder scharf zu sehen, besteht darin, sog. Multifokal- oder besser Bifokallinsen zu implantieren.
Hierbei handelt es sich um Linsen, die durch Aufbringung verschiedener optischer Zonen die Bilder sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne scharf auf die Netzhaut projizieren.
Dadurch können über 80 % der Patienten mit einer solchen Linse gänzlich auf ihre Brille verzichten.
Diese Linsen sind nicht für alle Patienten geeignet, da auch einige konstruktionsbedingte Nachteile bestehen. Allerdings sind diese bei den allerneuesten Generationen dieser Linsen nicht mehr so gravierend, wie noch vor wenigen Jahren.
Der unbedingte Wusch nach Brillenlosigkeit sollte vorhanden sein.

Zusätzlich können wir heute torische Bifokallinsen anbieten, so dass auch Patienten mit (höhergradigem) Astigmatismus (siehe torische Linse) eine solche individuell angepasste Linse erhalten können.

Alle von uns implantierten Multifokallinsen sind asphärisch (siehe asphärische IOL) und ermöglichen so ein verbessertes Kontrastsehen.

Ob eine solche Linse für Sie in Frage kommt, kann nur nach sorgfältiger Erhebung aller Daten gemeinsam mit Ihnen entschieden werden

 


Implantate 1

Sicht nach Implementation einer Standardlinse



Implantate 2

Sicht nach Implementation einer Bifokallinse
Add-on-Linse

Eine Ergänzung des Behandlungsspektrums stellt die sogenannte Add­on­Linse dar, die als Zweitlinse vor eine bereits implantierte Linse gesetzt wird.

Dadurch haben wir verschiedene neue Möglichkeiten, unser Behandlungsspekrum erheblich zu erweitern:

Bei Patienten, bei denen bereits eine Kataraktoperation mit Einstärkenlinse durchgeführt wurde, können wir nun eine zusätzliche Linse mit entsprechender Nahkorrektur implantieren.
  • Bei Patienten mit sehr hohem Ungleichgewicht der Dioptrienzahl nach erfolgter Kataraktoperation können wir diesen effektiv ausgleichen.

  • Patienten, die eine multifokale Versorgung (Brillenlosigkeit nach Kataraktoperation) wünschen, können wir nun anstatt einer bifokalen Linse die Implantation einer Einstärkenlinse plus Add­on­Linse empfehlen. Der Vorteil zur bifokalen Linse liegt in der Reversibilität, das heißt in der Möglichkeit der Explantation bei Unverträglichkeit, ohne dabei das Ergebnis der eigentlichen Kataraktoperation zu gefährden.


 

Add-On


Add-On 2
Clear-lens-Extraktion

Bei hohen Fehlsichtigkeiten (starker Kurz-, oder Weitsichtigkeit) ist es möglich die klare, noch nicht getrübte Linse zu entfernen und durch eine Kunstlinse zu ersetzen. Im Prinzip gleicht das operative Vorgehen dem der grauen Star Op. Der einzige Unterschied ist, dass die Linse noch nicht, oder nur sehr wenig getrübt ist.

Durch modernste Vermessungstechniken, welche wir bei der Voruntersuchung hier immer anwenden (Laserpräzisionsmessung-IOL-Master®), liegt die Vorhersagbarkeit der Brechkraft in der Regel bei
+/- 0,5 dpt. Bei sehr hohen Fehlsichtigkeiten wird die Abweichung gelegentlich etwas größer. Dieser Eingriff ist erst sinnvoll und ratsam, wenn die Linse nicht mehr akkomodieren, also „scharfstellen" kann. Also ist diese Operation erst ab etwa dem 50 Lebensjahr zu empfehlen. In der Fachsprache wird dieser Eingriff auch häufig als PRELEX (Presbyopic lens exachange) bezeichnet. Häufig wird dann eine Multifokallinse implantiert.

Bei jüngeren Patienten, die bei hohen Fehlsichtigkeiten nicht mit Brille oder Kontaktlinsen leben möchten, besteht die Möglichkeit zusätzlich zu der eigenen Linse eine Kunstlinse in das Auge zu implantieren. Diese schwimmt dann auf der natürlichen Linse, oder wird an der Regenbogenhaut befestigt.
Bei geringeren Fehlsichtigkeiten, besonders bei Myopie ist das beste und sicherste Verfahren die Lasik, Lasek oder PRK. Hier wird, ohne das Auge zu  eröffnen die Hornhaut mit einem Eximer-Laser so abgeschliffen, das die Brechkraft des Auges der Augenlänge individuell angepasst wird und dadurch ein Sehen ohne Brille möglich ist.

Wir führen diese Eingriffe mit dem Eximer Laser nicht selbst durch, halten aber entsprechende Informationen und Empfhehlungen für Sie bereit.